Hinweise zur Zucht und zum Kauf von Deutschen Doggen

 

 

Die Deutsche Dogge gehört nicht zu den sogenannten Modehunden. Die Population ist deshalb bei weitem nicht so groß wie bei den Rassen, denen wir täglich auf der Straße begegnen. Man kann bei der Deutschen Dogge mit einem Wachstum der Population in Deutschland von jährlich etwa 2000 Tieren rechnen. Für den Laien ist es damit nicht leicht die richtige Kaufentscheidung zu fällen.

Verantwortlich für den Zustand und den Ruf einer Rasse sind nicht nur die Züchter. Eine entscheidende Schlüsselfunktion hat der Käufer. Entscheidet sich die Masse der Käufer hauptsächlich für das Schnäppchen beim Händler oder Vermehrer, so wird vorhandener züchterischer Fortschritt sich auf die Dauer nicht durchsetzen.

Die Orientierung auf Championverpaarungen allein reicht aber für die Kaufentscheidung auch nicht aus. Auch hochdotierte Ausstellungstiere können schlechte Vererber sein. Da dem Käufer die nötigen Informationen für eine Erb- u. Zuchtwertbeurteilung fehlen, hier einige allgemeine Hinweise die zumindest vor ganz bösen Enttäuschungen schützen können. Eine Erfolgsgarantie kann aber niemand geben. Man sollte aber niemals den Hund im Sack kaufen oder sich von geschickten Rhetorikern überreden lassen.

 Liebhaberzucht vom Gehrensee

 

Grundsätzliches

  • Man sollte niemals sofort kaufen, sondern sich bereits vor dem Wurf der Welpen über verschiedene Zuchten informieren und vergleichen.
  • In einem Wurf sind niemals alle Welpen gleich.
  • Das erste Drittel der Welpen eines Wurfes könnten einmal Ausstellungstiere werden.
  • Das zweite Drittel der Welpen entspricht dem Rassedurchschnitt.
  • Das letze Drittel eines Wurfes entspricht nicht den Anforderungen des Standards.
  • Nicht selten gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
  • Spitzenwelpen werden meist nur innerhalb des Zuchtvereins abgegeben.

Hinweise zu den Doggen:

  • Doggen, die fremde Besucher anbellen oder anknurren sind schlecht oder nicht sozialisiert. Es könnte auch eine Wesenschwäche vorliegen.
  • Doggen, die sich nicht anfassen lassen, entsprechen nicht dem Standard. Der Standard verlangt im übertragenden Sinn einen sanften Riesen.
  • Deckrüden befinden sich nur selten im eigenen Zwinger. Verantwortungsvolle Züchter sind immer bestrebt fremdes Blut einzukreuzen.
  • Ausstellungstitel sagen nichts über die Vererbung aus. Phänotyp ist nicht gleich Genotyp.
  • Gute Doggen werben für sich selbst. Sie sind zutraulich und nicht aggressiv.
  • Vitale Doggen zeigen sich interessiert. Sie sind beweglich und haben einen substanzvollen Körperbau.
  • Der phlegmatische Doggentyp ist meist eine Folge von Inzucht über viel Generationen. 

Hinweise zu Vermehrern

  • Er vermehrt mit geringsten Aufwand und spekuliert auf maximalen Gewinn.
  • Zuchtrichtlinien werden nur eingehalten, wenn sie kontrolliert werden.
  • Der Hund wird als Gebrauchsgegenstand angesehen.
  • Er besitzt meist keine eigene Zuchtbasis und vermehrt mit mehreren angekauften Tieren mit Zuchtzulassung aus möglichst namhaften Zwingern.
  • Er lobt nur seine Tiere. Andere gute Zuchten werden als Konkurrenten behandelt.
  • Er verkauft durch unterbieten des normalen Züchterpreises und als Profi auch durch Gewährleistungsgarantien.
  • Große Würfe (12-15 Welpen) werden mit geringsten Aufwand aufgezogen. Es bekommen aber nur max. 6 Welpen eine Ahnentafel um eine 1 oder 2 jährige Zuchtsperre für die Mutterhündin zu vermeiden.
  • Welpen ohne Ahnentafel werden zu "Freundschaftspreisen" abgegeben oder über einen Händler vermarktet.
  • Einblicke in die Zucht werden verweigert. Dafür wird nicht selten in der Öffentlichkeit mit hübschen Welpenfotos geworben.
  • Die Tierarztkosten sind später hoch bis sehr hoch. Die Lebenserwartung ist unter Umständen gering.
  • Nicht selten wird in mehreren Farbschlägen gezüchtet um möglichst vielen Kundenwünschen nachkommen zu können.
  • Meist werden 5 oder mehr Zuchttiere gehalten, die normalerweise als gewerbliche Hundehaltung beim zuständigen Amtsarzt registriert sein müssten. Um die Zahlung von Steuern zu vermeiden, werden als Eigentümer zusätzlich weitere Familienmitglieder vom Sohn bis zur Großmutter angegeben.

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Weitere Hinweise:

  • Lassen sie sich alle selbst gezüchteten Tiere zeigen.
  • Testen sie die Tiere. Sind sie anhänglich, aggressiv oder scheu?
  • Besuchen sie unbedingt mehrere Züchter.
  • Suchen sie sich ihren Welpen selbst aus.
  • Wenn Sie sich Enttäuschungen ersparen wollen, melden Sie sich direkt nach dem Werfen der Mutterhündin beim Züchter an und suchen Sie sich einen schweren, vitalen Welpen aus. Besuchen Sie "Ihren Welpen" wenigstens alle 14 Tage um dessen Entwicklung zu verfolgen. (Bei den Deutschen Doggen "vom Gehrensee" ist das möglich.)

Diva u. Duke vom Gehrensee
  • Kaufen sie keinen Doggenwelpen zu einem Preis der weit unterhalb des Durchschnittspreises aller Rassen liegt. Preise von 5O% des Durchschnitts bei einer sehr großen Rasse sind nur unter Umgehung des Tierschutzgesetzes und anderer Bestimmungen auf Kosten der Tiere möglich.
  • Informieren sie sich über den Gesundheitsstatus beider Elterntiere.
  • Leider ist es auch bei VDH Züchtern nicht die Regel eine eigene Zuchtlinie zu halten. Nicht selten wird nur auf die Arbeit anderer Züchter zurückgegriffen. Dabei sollte man als Käufer berücksichtigen, dass ein langjähriger Züchter, der keine selbst gezüchteten Tiere vorstellen kann mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht in der Lage sein wird gute Tiere abzugeben. Eine erste Information ob es sich um die eigenen Tiere handelt bietet der Vergleich zwischen dem Zwingernamen und dem Namen der Tiere. Sollten in der Mehrheit Tiere aus anderen Zuchten vorhanden sein, dann liegt die Vermutung nahe, dass der "Züchter" ohne großen Aufwand, also clever, die Bemühungen und Erfolge seiner Kollegen ausnutzen will.
  • Lassen Sie sich den Kaufvertrag zeigen und achten Sie auf das Kleingedruckte.

Die Reduzierung des Problems auf den Züchter als Liebhaber u. den Züchter als unqualifizierten Vermehrer wäre eine sehr vereinfachte Darstellung des Sachverhalts.
Es gibt nicht wenige Profizüchter, die rechtlich als Unternehmer auftreten, und abseits dicht besiedelter Gebiete als glänzende Verkäufer agieren.
In solchen Fällen kann man sich nur an den anwesenden Doggen selbst orientieren.

Bei den Deutschen Doggen vom Gehrensee ist es so, dass die gehaltenen Doggen jedem Fremden gegenüber sehr sicher und freundlich gegenüber auftreten.
Hier wird weder geknurrt, noch drohend angeschlagen. Jede Dogge wirbt regelrecht um die Zuneigung des Gastes. Als Züchter braucht man in diesen Fällen nicht agitieren, sondern lediglich beraten.
Ein solches Verhalten ist nicht im Standard vorgeschrieben und daher nur selten anzutreffen.

Ahrensfelde, den 20.03.09 

G. Dießel

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