S o z i a l i s i e r u n g

Deutsche Doggen vom Gehrensee

LINK: Übungsstunden zur Sozialisierung u. Prägung junger Deutscher Doggen in Berlins bester Lage

Einleitung

Jährlich werden in Deutschland im Durchschnitt etwa 1500 Doggenwelpen von organisierten Züchtern des VDH mit Ahnentafeln abgegeben.
Rechnet man auf auf ein Lebensalter von etwa 8 Jahren hoch, kommt man auf einen Doggenbestand von etwa 12000 Doggen allein aus der Zucht des größten deutschen Zuchtvereins.
Die Dunkelziffer der Doggen ohne Ahnentafel ist schlecht zu schätzen.
Da aber regelmäßig von VDH-Züchtern auf Probleme durch unkontrollierte Hobbyzüchter hingewiesen wird, scheint die Konkurrenz nicht gering zu sein.
Schätzt man einmal sehr verhalten, so kommt man auf einen Gesamtdoggenbestand von mindestens 20000 Deutschen Doggen in der Bundesrepublik Deutschland.
Worin besteht nun das Problem?
Aus eigener Erfahrung mit Doggen als Begleithund bin ich über manche Reaktionen in der Öffentlichkeit sehr erstaunt.
Es gibt zwar sehr viel Anerkennung über die Ausstrahlung und das Wesen meiner Deutschen Doggen, leider ist aber die allgemeine Unkenntnis über die Rasse immer wieder deprimierend.
Bei Gina vom Gehrensee wird nicht selten auf einen großen Dalmatiner getippt. Sehr oft kommt die Frage nach der Dänischen Dogge.
Nur ganz wenige tippen auf eine Deutsche Dogge. Kommt man ins Gespräch, dann wird fast immer die Gelbe Dogge als "Brauner Farbschlag" bezeichnet.
Mit anderen Worten: Die Deutsche Dogge ist als Rasse in der Öffentlichkeit weder präsent, noch bekannt.
Unser "Sanfter Riese" wird mehr oder weniger hinter Zäunen auf Grundstücken, in Wohnungen oder in Zwingern gehalten.
Doggen im öffentlichen Leben sind die absolute Ausnahme.

Nun meine Frage:
Weshalb scheut man mit einem sanften, edlen Riesen die Öffentlichkeit ?


Ist in der Öffentlichkeit eine Akzeptanz für große Hunde nicht vorhanden?
Gibt es einen Mangel an Sozialisierung und Ausbildung?
Ist die Bereitschaft o. die Fähigkeit sich auf die Psyche von abhängigen Lebewesen einzulassen nicht sehr weit verbreitet?
Oder gibt es ein angeborenes, schwer kontrollierbares, aggressives Verhalten in bestimmten Situationen in einer Teilpopulation der Rasse?
(siehe: Interview mit Karin Burger)

Wie gute Begleithundeigenschaften erreicht werden, wurde in den Rubriken: Hybridzucht, Welpenaufzucht, Erziehung, Haltung u. Sozialisierung beschrieben.

Weshalb Sozialisierung?

Das Ausdrucksverhalten unserer Hunde ist nicht einheitlich. So viele Rassen es gibt, so viele Dialekte sind in der "Hundesprache" vorhanden.
Es gibt Rassen, die auf Grund der angezüchteten erhobenen Rute eine ständige Imponierhaltung an den Tag legen.
Andere Rassen neigen zum "Röcheln" auf Grund stark verengter Luftwege, das mit einem normalen Ausdrucksverhalten nun wirklich wenig zu tun hat.
Wieder andere können sich mit der Rute nicht mehr ausdrücken, weil sie zu kurz oder nicht vorhanden ist.
Bei manchen Rassen wird die Mimik am Kopf durch starke Falten oder sehr lange Lefzen behindert. Ein Drohen durch Zähnefletschen ist damit nicht möglich.

Mit anderen Worten: Unsere Hunde müssen das Ausdrucksverhalten anderer Rassen kennen lernen um es richtig deuten zu können.
Bestand in der Entwicklungsphase keine Möglichkeit des zwanglosen Kennenlernens sehr verschiedener Rassen untereinander, sind Probleme vorprogrammiert.
Ein dominanter Doggenrüde, der nur Doggen oder angeleinte Hunde kennt, könnte durchaus damit Probleme haben wenn ein unbekannter, kleinerer Hund vor im steht der aus Angst einmal die Zähne fletscht und nach vorn schnappt.
Dieses Verhalten kennt man auf Grund der längeren Belefzung nicht von Doggen, aber sehr wohl von kleinen Terriern.

Die Sozialisierung von Deutschen Doggen

Die Sozialisierung von Deutschen Doggen beginnt beim Züchter. Hier kann der Grundstein für eine enge Bindung an den Menschen gelegt werden.
Die Voraussetzung ist eine Aufzucht der Welpen auf der Basis einer engen Anbindung an die Familie. Bereits in diesem frühen Lebensalter wird damit ein Beitrag für die wie im Standard geforderten Begleithundeigenschaften gelegt.
Eine monatelange Zwingerhaltung bis zur Abgabe einer jungen Dogge ist für die Entwicklung standardgerechter Wesenseigenschaften denkbar ungeeignet.

Gina u. Gimlet vom Gehrensee

Die immer wieder betonten positiven Eigenschaften unserer Dogge können sich nur entfalten, wenn man ihr die Gelegenheit gibt eigene Erfahrungen zu sammeln. Das heißt konkret der Junghund entwickelt sich dann besonders positiv, wenn er regelmäßig auch ohne Leine geführt wird. Nur so kann sich ein Spiel zwischen Hunden verschiedener Rassen entwickeln. Erst durch den direkten Kontakt junger Hunde untereinander entwickelt sich die Eigenschaft des sicheren und freundlichen Umgangs miteinander. Es versteht sich von selbst das hier eine gemischte Welpenspielgruppe, oder noch besser ein anerkanntes Hundeauslaufgebiet unabdingbar sind.

Beachten sollte man dabei immer, daß große, schnell wachsende Hunde auf Grund noch weicher Gelenke generell nicht zu stark belastet werden sollten. Da vitale, temperamentvolle Doggen sich auch vor Übermut und Lebensfreude schnell einmal selbst überlasten, ist es besser mit dem Hundeauslaufgebiet erst ab dem 7. Lebensmonat zu beginnen. Wenn der Auslauf nur auf etwa 30 Min. begrenzt wird, kann man auch schon vorher ins Hundeauslaufgebiet gehen.

Bei regelmäßigen Kontakt mit fremden Hunden im Hundeauslaufgebiet ist eine 5-fach Impfung nicht ausreichend. Unsere Dogge sollte gut durchgeimpft sein. Die wichtigsten Impfungen sind: Tollwut, Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und Zwingerhusten. Darüberhinaus wäre eine Zeckenimpfung (gegen Borreliose) noch empfehlenswert.


Mit der Ausbildung kann man sofort nach der Übernahme des Welpen beginnen. Am Anfang steht das Laufen bei Fuß an der langen Leine. Hierbei hat es sich bewährt in Abständen ohne Kommando die Richtung und das Lauftempo zu wechseln. Dadurch wird die junge Dogge veranlaßt sich am Herrchen zu orientieren und ihn als "Leittier" zu betrachten.

Hundeschulen sind sehr wichtig, wenn man dort die Möglichkeit hat an einer gemischten Welpenspielgruppe teilzunehmen. Ihre junge Dogge lernt hier den Umgang mit anderen Hundetemperamenten, vom Dackel bis zum Terrier, ohne den negativen Einfluß von Problemhunden. Da die Dogge gerade im ersten halben Jahr den größten Wachstumsschub durchmacht, sollte sie nicht genauso belastet werden wie kleine Hunderassen. An sportlich orientierten Hundeschulen nimmt man besser auch erst ab dem 7. Lebensmonat teil. Ein körperliches Training sollte sowieso erst nach der Beendigung des 1. Lebensjahres erfolgen.

Hundeauslaufgebiet am Berliner Grunewaldsee

Imponierjagen im Hundeauslaufgebiet

Generell kann man sagen:

Je früher mit der Sozialisierung und Erziehung angefangen wird, desto sicherer und wesensstärker wird sich die erwachsene Dogge einmal als Begleithund bewegen. Einzig und allein das Üben unter Kommando auf dem Abrichteplatz reicht meiner Meinung nach nicht aus um einen Begleithund sein eigen nennen zu können der ohne Sorgen auch im Urlaub ein angenehmer Kamerad ist. Unsere Doggen sind weder dumm noch ausschließlich triebgesteuert. Sie sind in der Lage aus eigener Erfahrung zu lernen und ordnen sich hervorragend in die Familie ein. Ihre Rangordnung sollte aber grundsätzlich vom Halter bestimmt werden.

 

 

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Deutsche Doggen können mit fast jeder Tierart sozialisiert werden.

  Deutsche Doggen "vom Gehrensee"

Auf dem Berliner Kurfürstendamm als Begleithunde voll integriert und akzeptiert

Sozialisierung heißt in ihrer Konsequenz der Dogge die Möglichkeit zu geben, an allen Annehmlichkeiten des Lebens teilnehmen zu können.

© by G.Dießel

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