Vereinsmeierei in der Hundezucht

Unter dem Begriff Vereinsmeierei wurde im Internet bereits einiges geschrieben und das meiste wieder gelöscht. Deutschland lebt von Vereinen. Eine Kritik an diesem System ist fast ein Politikum.
Im Allgemeinen werden mit diesem Begriff Probleme beschrieben, die mit der hierarchischen Struktur eines Vereins zusammenhängen.
Damit sind Probleme gemeint, die auf. Rechthaberei, Ignoranz, Neid, Missgunst, einer Unfähigkeit andere Meinungen zu akzeptieren u.ä. basieren.
Nicht wenige Mitglieder verlassen wegen solcher Streitigkeiten ihren Verein, wechseln oder treten bei den ersten Anzeichen solcher Probleme gar nicht erst ein.

Diese Probleme sind nicht zu verwechseln mit der Konkurrenz zwischen Vereinen, die auf gleichem Territorium tätig sind.
Wie heißt es so schön: "Konkurrenz belebt das Geschäft".
Wie sieht es nun in der Hundezucht in Deutschland aus? Gibt es hier eine Konkurrenz? Eine bessere Frage ist sicher: Wer beherrscht den Markt?
Der Deutsche Hundemarkt wird definitiv vom VDH (Verband für das Hundewesen) seit Jahrzehnten beherrscht.
Diese Vormachtstellung wurde u.a. durch Diskriminierung der Dissidenz erreicht.
Dies erfolgte:
- auf Grund des Zuchtverbots für Hunde ohne VDH/FCI-anerkannter Ahnentafel
- auf Grund des Ausstellungsverbots für Hunde ohne VDH/FCI-anerkannter Ahnentafel
- auf Grund des Ausstellungsverbots für Mitglieder des VDH auf Ausstellungen der Dissidenz
- auf Grund der Nichtregistrierung von Hunden ohne VDH/FCI-anerkannter Ahnentafel
Seit dem das Bundeskartellamt im Jahre 2003 eine offene Diskriminierung unterbunden hat, wird mit einem eigenen "Qualitätssiegel" geworben. Gleichzeitig existiert aber immer noch ein Deckverbot für VDH-Rüden gegenüber Züchtern, die außerhalb der Dachorganisation des VDH (FCI) züchten.

Man könnte nun diesen Verdrängungswettbewerb gegenüber der Dissidenz sicher auch als Vereinsmeierei bezeichnen. Vereinsmeierei beschreibt meiner Meinung nach aber mehr private Probleme innerhalb von Vereinen.
Um die Situation in der Hundezucht Deutschlands zu veranschaulichen, wäre ein Vergleich des Katholizismus mit dem Protestantismus angebrachter.
Beide Religionen glauben an Gott, sind aber untereinander kaum zu vereinbaren. Beispielsweise würde kein Katholik seine Kinder in die Christenlehre zur evangelischen Kirche schicken. Umgekehrt gilt das gleiche. Trotzdem es keine Annäherung gibt, existiert aber so etwas wie eine friedliche Koexistenz. Der letzte Papstbesuch in Deutschland hat das unterstrichen.
In der Hundezucht haben wir diese Stufe noch nicht erreicht. Hier könnte man annehmen, dass man sich noch im 30 jährigen Krieg befindet.

G. Dießel
Nachdruck u. Übernahme, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors. © Sept.2011


Link:"Viel Rasse wenig Klasse"